A-Projects

A -Projects
Stadtentwicklung in Heidelberg

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Soziale Innovation im Pott

Projektgegenstand

Im Ruhrgebiet gibt es zunehmend zivilgesellschaftlich getragene Initiativen, Vereine oder Co-Working-Spaces etc., die davon getragen werden, dass die engagierten Personen etwas verändern wollen, um einerseits einen Beitrag zur Entwicklung der Region oder des Quartiers zu leisten, andererseits um auch Sinn und Erfüllung zu finden. Selbst Initiativen, die ökonomisch operieren, sind oftmals primär von dieser Motivation getragen.

In diesem A-Projekt werden wir uns anschauen, welche Initiativen es im Ruhrgebiet gibt, in welche Kategorien sich diese unterscheiden lassen (von ihrer Erscheinungsart und von der dahinterliegenden Motivation), wie diese untereinander in Beziehung stehen und welchen Beitrag diese für die (Raum)Entwicklung des Quartiers, der Stadt und der Region leisten bzw., als Proxy, welche Rolle Verwaltung, Politik bzw. Planungspraktiker diesen zuschreiben.

Das Ziel des Projekts wird (1) primär sein eine Landkarte und eine Netzwerkkarte dieser Initiativen im Ruhrgebiet zu erstellen, (2) diese Ergebnisse bzgl. ihrer Funktion für die Region mit Experten zu diskutieren und (3) auf diesem Wege, im weiteren theoretischen Kontext, sich mit Fragen von sozialer Innovation und Entrepreneurship im Hinblick auf ihren Beitrag zur räumlichen Entwicklung auseinander zu setzen.

Leistungsnachweis

Prüfung: Modulprüfung (unbenotet), 3 Studienleistungen (unbenotet)
Prüfungsform: Abschlussbericht inkl. Disputation
Studienleistungen: (A) Exposé; (B) Zwischenbericht; (C) Zwischenpräsentation, Plakat und Abstract im Rahmen des Projektmarktes

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Stadtentwicklung in Heidelberg

Projektgegenstand

Die Stadt Heidelberg im Südwesten Deutschlands ist vor allem bekannt durch ihre historische Universität, die romantische Altstadt in einer atemberaubenden Landschaft und als stark frequentierte Touristenattraktion. Weniger auffällig wurde die Stadt in der Vergangenheit durch ihre ausgeprägte Dynamik in der Stadtentwicklung. Seit der sanften Erneuerung der historischen Altstadt, welche sich insbesondere in den letzten Jahren durch eine starke Gentrifikation bemerktbar macht, hatte die Stadt keine echten Probleme, und wollte vor allem so bleiben wie sie ist.

Dies hat sich in der letzten Jahren geändert. Insbesondere folgende fünf Dynamiken sind hier zu nennen: (1) Seit dem schrittweisen Abzug der US und NATO bis 2013 stehen große Kasernenflächen leer und müssen nachgenutzt werden. Zusätzlich ist der Stadt hiermit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor abhanden gekommen. (2) Das Areal rund um den ehemliagen Güterbahnhof im Westen der Stadt ist seit dem Jahr 2008 zu einem vollständig neuen Stadtteil umgewandelt worden, welcher mit 60ha Fläche und ca. 2000 Einwohnern immerhin die Hälfte der histrorischen Altstadt darstellt. (3) Die Universität hat in den letzten Jahren durch Neubauprojekte und Nachnutzungen neue Standorte im Stadtgebiet bekommen, welche insbesondere im Stadtteil Bergheim eine starke Aufwertung und Belebung mit sich brachten. (4) Seit dem Jahr 2013 ist Heidelberg Ausrichterin einer Internationalen Bauaustellung (oder kurz IBA), welche vorrangig zum Ziel hat, die unterschiedlichen Universitätsstandorte stärker mit dem allgemeinen Stadtleben zu verknüpfen und die Universität als positiven Faktor der Stadtentwicklung nutzbar zu machen. (5) Durch den starken Anstieg der Flüchtlingszahlen im letzten Jahr hat sich die Nachnutzungsperspektive vieler Kasernenstandorte nachhaltig verändert, und es ist weiterer Druck auf den bereits angespannten Wonungsmarkt in allen Segmenten hinzugekommen.

Im Zuge dieses Projekts, werden wir uns mit der Frage beschäftigen, welche Dynamiken aktuell in Heidelberg vorherrschen, wie sich diese auf die zuküftige Entwicklung der Stadt auswirken werden und wie sich die Stadt kurz- und langfristig auf diese Herausforderungen einstellen kann.

Lern- und Arbeitsziele im Projekt sind die selbstständige Organisation als Projektteam, die Anwendlung des neu erlernten Grundlagenwissens auf einen konkrete Fallstudie, die Anwendung von wissenschaftlichen Arbeits- und Feldarbeitsmethoden sowie die Kommunikation des erarbeiteten Wissens im Rahmen von Präsentationen und Berichten.

Formalitäten

Teil des Projekts werden zwei Exkursionen sein: Eine frühe Exkursion in der Woche von 21. bis 25. Nov. 2016 für einen ersten Kontakt mit Stadt, Akteuren und Thema. Und eine späte Exkursion im Mai 2017 für selbstständige Feldarbeit und Interviews zur Bearbeitung der Forschungsfrage.

Leistungsnachweis

Prüfung: Modulprüfung (unbenotet), 3 Studienleistungen (unbenotet)
Prüfungsform: Abschlussbericht inkl. Disputation
Studienleistungen: (A) Exposé; (B) Zwischenbericht; (C) Zwischenpräsentation, Plakat und Abstract im Rahmen des Projektmarktes

Facetten europäischer Stadtentwicklung: Ein Zentralbahnhof für Wien

Projektgegenstand

Wien war bis Ende der achtziger Jahre durch seine Lage am östlichen Rand Westeuropas eine Sackgasse Europas. In nur 60km Entfernung zu Bratislava war die Stadt vor allem Endpunkt von Personen- undWarenströmen aus Süden und Westen. Dieser Funktion entsprach auch die Ausstattung der Stadt mitzwei Kopfbahnhöfen, vergleichbar mit Paris.Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hat sich die Rolle Wiens stark gewandelt. Der Großraum Wienfungiert heute zunehmend als Drehscheibe für ökonomische Aktivitäten westlicher Unternehmen inOsteuropa. Die ehemalige Sackgasse ist zum Tor Richtung Osten geworden. Mit dem Bau eines neueZentralbahnhofs reagiert die Stadt nun auf diese geänderte Ausgangslage. Die Eröffnung des eine Milliarde Euro teuren Prestige-Projekts ist für Dezember 2014 geplant.Der neue Bahnhof soll dabei nicht nur eine wichtige Rolle für die großregionale Anbindung nach Osteuropa spielen, sondern ebenso die strategische Positionierung und innere Stadtentwicklung Wiens befördern. Direkt am so genannten Südgürtel gelegen – einem unattraktiven und stark befahrenenStück Stadtautobahn – sind im Rahmen des Projekts umfassende Aufwertungsmaßnahmen des um-liegenden Quartiers geplant. Auch in anderen Teilen der Stadt ergeben sich durch nachfolgende Effekteinteressante Dynamiken und Perspektiven.Die Maßnahme Wiener Zentralbahnhof soll dabei vom Planungsprozess bis hin zur Umsetzung erfasstund mit seinen Wirkungen auf den Betrachtungsebenen Quartier, Stadt und Europa untersucht werden.Der Bahnhof ist dabei nicht auf seine Verkehrsfunktion zu reduzieren, sondern als umfassende Entwicklungsmaßnahme zu verstehen, welche über innerstädtische, regionale und europäische Verflechtungen ihre Wirkung auch an unerwarteten Stellen zu entfalten vermag.

Formalitäten

Im Rahmen des Projekts wird eine einwöchige Exkursion nach Wien stattfinden. Diese ist für die Pfingstwoche 2015 angesetzt. Es bestehen bereits gute Ortskenntnisse und Kontakte zur Fakultät Raumplanung der TU Wien, die uns bei der Organisation der Fahrt unterstützen wird. Es kann daher von einemsehr spannenden und interessanten Programm ausgegangen werden. Für die Exkursion sind Kostenvon ca. 450€ zu kalkulieren. Dieser Betrag umfasst allerdings nur die geschätzten Kosten für Reise,Unterkunft, Essen und Programm.

Leistungsnachweis

Prüfung: Modulprüfung (unbenotet), 3 Studienleistungen (unbenotet)
Prüfungsform: Abschlussbericht inkl. Disputation
Studienleistungen: (A) Exposé; (B) Zwischenbericht; (C) Zwischenpräsentation, Plakat und Abstract im Rahmen des Projektmarktes

Europa in der Nachbarschaft – EU-Förderprojekte und Strukturwandel in der Region Ruhr

Projektgegenstand

Die Region Ruhr ist heute ein „Laboratorium Ruhr“. Hier treffen weit mehr als 50 Kommunen mit über5 Millionen Einwohnern aufeinander, welche die Grundlage für einen äußerst dynamischen gesellschaftlichen Wandel bilden. Dabei ist die Region gekennzeichnet von Einwohnerverlusten, hohen Arbeitslosenzahlen und einem z. T. schlechten Image, aber auch von Chancen zur positiven Weiterentwicklung im Rahmen des Strukturwandels. In diesem Zusammenhang spielen städtebauliche Projekte,die u. a. über die Strukturfonds der Europäischen Union gefördert werden, eine wesentliche Rolle alsImpulsgeber für den Wandel in der Region.Projekte wie der Phoenix-See in Dortmund, der Landschaftspark Duisburg-Nord oder der Gasometer inOberhausen prägen heute die öffentliche Wahrnehmung und das Stadtbild vieler Kommunen im Ruhrgebiet. Mit ihnen verbindet sich die Hoffnung auf eine höhere Sichtbarkeit der Kommune, eine Attraktivierung des Standortes für Wirtschaft und Bevölkerung und damit auf eine erfolgreiche Zukunft. Mitihrer Umsetzung werden, frei nach Karl Ganser, dem ehemaligen Leiter des IBA-Emscherpark, Prozessein Gang gesetzt, deren Ausgang vielfach ungewiss ist, die aber eine neue Planungskultur begründen. Ein Problem bleibt: Prozesse der Stadtentwicklung und des Stadtumbaus können kaum von einer Kommune allein finanziert werden, Zuwendungen von der Landes- und/oder Bundesebene sind in fast allen Fällen notwendig. Eine besondere Bedeutung für ihre finanzielle Machbarkeit nehmen die Strukturfonds der Europäischen Union (EFRE/ESF) ein, die über Projekte in der Stadtentwicklung lokale Entwicklungsziele mit den räumlichen und wirtschaftlichen Entwicklungszielen der EU-Regionalpolitik verbinden – Beispiele in Dortmund sind das ‚Dortmunder U’ oder der bereits genannte ‚Phoenix-See’.

Projektziel

Das Projekt A02 wird untersuchen, welche Wirkungen von den großen, mit Mitteln der EU geförderten Projekten für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung der jeweiligen Städte ausgehen. In der Region Ruhr wird eine Kooperation mit Vertretern relevanter Fachämter (z. B. Planung, Wirtschaftsförderung, etc.), Projekt-Betreibergesellschaften und Projektideengeber aus der Privatwirtschaft (z. B. McKinsey) angestrebt. Die konkrete Projektarbeit in Dortmund wird durch Exkursionen ins Ruhrgebietsowie nach Brüssel (z. B. zur Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung) ergänzt, sodass sich insgesamt ein dichtes Bild der Wirkungszusammenhänge in der Stadtentwicklung ergeben wird.

Konkreter Nutzen für Projektteilnehmer/-innen

Die Projektteilnehmer kennen sich zu Ende des Projektes mit der Funktionsweise des deutschen Planungssystems aus und können den Einfluss der EU-Strukturfonds auf lokale Projekte der Stadtentwicklung einschätzen. Sie lernen, die Argumentation für und wider großer Projekte der Stadtentwicklung nachzuvollziehen und ihre potentiellen Wirkungen einzuschätzen. Dabei arbeiten sie sich in wissenschaftliche und planungsrelevante Hintergründe ein und lernen – im Sinne eines kompetenzorientierten Lernens – diese neuen Kenntnisse an verschiedenen Projekten im Ruhrgebiet zu spiegeln und zu bewerten.

Leistungsnachweis

Prüfung: Modulprüfung (unbenotet), 3 Studienleistungen (unbenotet)Prüfungsform: Abschlussbericht inkl. DisputationStudienleistungen: (A) Exposé; (B) Zwischenbericht; (C) Zwischenpräsentation, Plakat und Abstract imRahmen des Projektmarktes


Integriertes Klimaschutzkonzept Arnsberg

Hintergrund

„Der Weg zur Energie der Zukunft“ (Bundesregierung 2011), welchen die Bundesregierung im letzten Jahr zur energiepolitischen Wende eingeschlagen hat, soll eine sichere, bezahlbare und umweltfreundliche Energieversorgung gewährleisten. Mit dem Umbau der Energieversorgung sind ambitionierte Ziele verknüpft: 50% CO2-Minderung bis zum Jahr 2030 gepaart mit der Substitution von 23% der Stromerzeugungskapazitäten durch regenerative Energieträger (BMVBS 2012).

Die gesteckten Klimaschutzziele sind allein durch den Ausbau erneuerbarer Energieträger, ob großflächig an dezentralen Standortorten oder im Gebäudebestand, nicht zu erreichen. Neben der Effizienzsteigerung stellt die Energieeinsparung ein wesentliches Handlungsfeld des Klimaschutzes dar.

Abseits der politisch beschlossenen Klimaschutzziele existieren weitere Gründe, die für eine energetische Stadterneuerung sprechen: zum einen der sich abzeichnende Klimawandel und der weltweit wachsende Energieverbrauch, der mit stark steigenden Endverbraucherpreisen einhergehen dürfte. Klimaschutz ist demnach keineswegs ein abstraktes Ziel ohne direkt fühlbare Zugewinne für den Einzelnen. Durch baulichen Wärmeschutz kann der Strom- und Wärmebedarf gesenkt und mit dem Umstieg bzw. den Teilumstieg auf regenerative Energiequellen dieser Faktor der Wohnnebenkosten stabilisiert werden. Somit bleibt die Nutzbarkeit und Vermietbarkeit von privaten und öffentlichen Immobilien gewahrt. (BMVBS 2012: 8)

Jedoch zielte die energetische Erneuerung des Bestands bisher zu sehr auf Einzelmaßnahmen einzelner Eigentümer ab, ohne dass damit ein integriertes Entwicklungskonzept für Stadtquartiere verbunden worden ist. Im Rahmen der Energetischen Stadterneuerung sind die Städte und Gemeinden aufgerufen, die entsprechenden Maßnahmen durchzuführen und die vorhandenen Einsparpotentiale zu analysieren und aktivieren. Die Stadtentwicklungsplanung wird sich zukünftig wesentlich genauere Zielvorstellungen davon machen müssen, wie auf der räumlichen Ebene der Gesamtstadt, des Quartiers und von Gebäudeensembles die Themen Effizienzsteigerung und der Einsatz regenerativer Energien sinnvoll miteinander verknüpft werden können. Denn die im Bestand eingesparte Nachfrage muss auch im zentralen Versorgungssystem durch wirtschaftlich und ökologisch tragbare Anpassungen realisierbar sein (BMVBS 2012: 9). Die Folgen für die Stadtentwicklung sind noch nicht absehbar, dürften aber gewaltig sein, wenn man bedenkt, dass bisher auf jede Umstellung der Basis-Energiequelle eine Modifikation der Stadtstruktur erfolgte (Sieverts 2012).

Die größten Einsparpotentiale bieten in der Regel die Altbaubestände, da sie im Gegensatz zu modernen Gebäudetypen einen Energiemehraufwand besitzen. Gerade die innerstädtischen Altbauquartiere weisen aber auch eine hohe Sensibilität auf, da sie das Erscheinungsbild der Stadt maßgeblich prägen. Neben Bedenken des Denkmalschutzes gilt es vor allem die energetischen Zielvorstellungen mit den Ansprüchen der Bewohnerschaft des Quartiers und weiteren städtischen Akteuren wie dem Einzelhandel und der Bürgerschaft an sich in Einklang zu bringen. Denn die Quartiere sollen nach der energetischen Optimierung schließlich ihre Lebensqualität bewahren und auch künftig für (Wohn)Nutzungen attraktiv sein. Letztlich soll durch den integrierten Quartiersansatz eine mehrdimensionale Aufwertung des Quartiers erzielt werden.

Projektansatz

Es besteht ein guter Kontakt zur Stadt Arnsberg, die seit 2011 ein Integriertes Klimaschutzkonzept (IKSK) (Stadt Arnsberg 2011) für die Gesamtstadt aufgestellt hat. Dort werden wesentliche CO2-Einsparpotentiale (26%) bei den privaten Haushalten gesehen. So verweisen auch mehrere Maßnahmen des IKSK Arnsberg auf das dort brachliegende Potenzial, welches nun genutzt werden soll; beispielsweise die Maßnahmen Nachbarschaftliche Quartierssanierung (EffGeb13) und  Altbausanierung und Denkmalschutz (EffGeb16).

An dieser Stelle setzt auch das Projekt an, genauer gesagt im Schlossberg-Quartier im Stadtteil Alt-Arnsberg, der sich durch seinen hohen historischen Altbaubestand mit zahlreichen Fachwerkhäusern auszeichnet. Aus Sicht des Denkmalschutzes relevant ist zudem ein weiterer Bereich des Stadtteils nahe dem Neumarkt, der durch im klassizistischen Stil erbaute Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert geprägt wird.

Ziel des Projektes könnte eine energetische Analyse des Quartiers auf der Grundlage von Gebäudetypen sein, die nach einer standardisierten Beurteilung (Erstellung einer Gebäudetypologie, Anwendung von Energiekennwerten) erfolgen könnte. Andernfalls könnte auch die anzunehmende hohe Individualität der Gebäude im Vordergrund stehen und die Machbarkeit verschiedener Sanierungsmaßnahmen eruiert werden, die sich zu einer Beurteilung der „energetischen Begabung“ (Wurzbacher 2012: 25) des Quartiers zusammenfassen lässt. Hier besteht ein deutliches Spannungsfeld zur Baukultur; „gute“ Architektur und das Ortsbild sind zu erhalten. Neben den baulichen Voraussetzungen der Gebäudetypologie beeinflussen auch deren Nutzung und Lage sowie die bauliche Dichte (Stadtstruktur), das vorhandene Versorgungssystem und die Struktur des Verkehrsnetzes (Nahverkehrsangebot) den Energiebedarf des Quartiers (BMVBS 2012: 15).

Unterstützt wird die Zusammenarbeit von Fakultät Raumplanung und Stadt Arnsberg von der Energieagentur.NRW.

Quellen

BMVBS (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) (Hrsg.) (2012): Energetische Stadterneuerung – Zukunftsaufgabe der Stadtplanung. Schriftenreihe Werkstatt: Praxis Heft 78. Berlin.Bundesregierung (2011). Eckpunktepapier: Der Weg zur Energie der Zukunft – sicher, bezahlbar und umweltfreundlich – Vom 06.Juni 2011Sieverts, T. (2012): Resilienz, Energie und Stadtform. In: Siems, T; Klußmann, R.; Simon, K.; Wurzbacher, S. (Hrsg.): urban transitions, Strategien und Thesen zur nachhaltigen Stadt. Wuppertal. S. 44-53.Wurzbacher, S. (2012): Energetische Begabung von Quartieren. In: Deutsches Architektenblatt, DAB Nordrhein-Westfalen, Heft 8. S. 24-25.

Weitere Informationsquellen

Website Klimaschutzkonzept Arnsberg; abrufbar unter:http://www.arnsberg.de/klima/klimaschutzkonzept.phpWebsite Energieagentur.NRW; abrufbar unter:http://www.energieagentur.nrw.dehttp://www.energieagentur.nrw.de


Migration in Europa

Hintergrund

Internationale Migranten gehören heute zum Stadtbild vieler Kommunen in Europa. Auf europäischer Ebene, der Europäischen Gemeinschaft, galten Fragen der Migration zunächst als ureigene Aufgabe der Mitgliedsstaaten. Im Rahmen europäischer Integrationsprozesse wurde eine zwischenstaatliche Kooperation in Migrationsangelegenheiten für zunehmend wichtiger erachtet, aus der eine gemeinsame Politik mit Verordnungen und Richtlinien zu Fragen der Migration erwuchs. Dennoch wird insbesondere in Ländern mit europäischen Außengrenzen deutlich, dass die Souveränitätsansprüche der einzelnen Mitgliedsstaaten keineswegs aufgegeben werden.

Deutschland ist längst ein Einwanderungsland geworden. Migranten und ihre Anforderungen an den Raum beeinflussen die Entwicklung von Kommunen und Stadtquartieren und stellen somit neue Anforderungen an die Rolle von government im ‚urban governance‘-Prozess – einem Zusammenspiel staatlicher und nichtstaatlicher Akteure, das auf eine größere Diversität in der Bevölkerung und ihrer Ansprüche an die Raumentwicklung reagiert. Auch die Stadt Dortmund stellt sich in ihrer städtischen Politik und politischen Kultur diesen Anforderungen und gründete z. B. eine Migrations- und Integrationsagentur, die maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung des „Masterplan Integration“ beteiligt war bzw. ist.

Projektansatz

Im Rahmen des A-Projekts sollen zunächst die verschiedenen Formen der Migration und die Haltung der Europäischen Union zu Fragen der Migration erarbeitet und in einen nationalen wie auch regionalen Kontext eingeordnet werden. Am Beispiel der Stadt Dortmund wird dann konkret am Beispiel der sogenannten „Problemhäuser“ in der Nordstadt nach den räumlichen Wirkungen von internationalen Migrationsprozessen und möglichen „Steuerungsansätzen“ – zum Beispiel in der Wohnraumversorgung von Migranten – gefragt. Dabei soll neben der übergeordneten Perspektive der Kommune auch die der staatlichen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteure im Quartier sowie die der Bewohner berücksichtigt werden.

Es wird angestrebt, die Projektarbeit durch eine kurze Exkursion nach Brüssel zu ergänzen. Dort sollen EU-Institutionen, die sich mit Fragen der Migration auseinandersetzen (z. B. Eurocities) besucht werden. In Dortmund wird eine Kooperation mit Vertretern themenrelevanter Fachämter (z. B. Wohnen, Stadtplanung, Soziales), beratenden Einrichtungen wie dem Mieterverein und ggf. weiteren Akteuren angestrebt, sodass sich insgesamt ein dichtes Bild der Wirkungszusammenhänge zwischen internationaler Migration und kleinräumlichen Entwicklungsprozessen im Stadtquartier ergeben wird.


Die Förderung benachteiligter Stadtquartiere am Beispiel Langstrasse/Zürich und Nordstadt/Dortmund

Projektgegenstand /Planungs- bzw. Untersuchungsraum

Der Anteil der in Städten lebenden Bevölkerung ist in den letzten Jahren rapide gewachsen. Die meisten Städte weisen jedoch hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und sozialen Chancen große Unterschiede innerhalb ihrer Gebietsgrenzen auf. In immer mehr Städten, selbst in den als reich bezeichneten, gibt es eine hohe Konzentration von räumlicher und sozialer Segregation. Obwohl die Situation in diesen benachteiligten Gebieten durchaus sehr verschieden ist, verbindet sie eine Reihe gemeinsamer Merkmale, wie eine schwache wirtschaftliche Entwicklung, ein hoher Migrantenanteil und ein überdurchschnittlich hohes Niveau an Arbeitslosigkeit und Armut.

Die beiden ausgewählten Fallbeispiele in Dortmund und Zürich repräsentieren zwei unterschiedliche Arten an benachteiligten Stadtquartieren.

Der Dortmunder Stadtbezirk Innenstadt -Nord hat seit vielen Jahren mit erheblichen Problemen zu kämpfen wie z.B. Wohnungsleerstände, geringe Wohnumfeldqualitäten, hohe Umwelt- und Verkehrsbelastungen und Defizite in Handel und Wirtschaft. Durch EU-Förderprogramme (URBAN I/II, Ziel-2 Programm) wurde und wird versucht, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, den sozialen Ausgleich und die Lebensqualität langfristig sicher zu stellen.

Auch in der prosperierenden Stadt Zürich gibt es Stadtteile und Quartiere, die mit besonderen Problemen zu kämpfen haben. Die Langstrasse ist ein dicht bebautes, urbanes und sehr lebendiges Quartier, das stark von Migration geprägt ist. Kennzeichnend für das Quartier sind viele kleinteilig organisierte Gewerbebetriebe und ein junges, urbanes und internationales Publikum, daneben aber auch Sex- und Drogenmilieus und Defizite im Bereich Sicherheit und Sauberkeit.

Um diesen Defiziten entgegen zu wirken wurde von städtischer Seite das Programm „Langstrasse PLUS” initiiert, das vor allem eine Verbesserung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit erreichen soll. In verschiedenen Handlungsfeldern wurden Maßnahmen umgesetzt um das Quartier aufzuwerten.

Aufgabenstellung /Problemstellung

Aufgabe des Projektes ist es zu untersuchen, welche spezifischen Probleme in den beiden Quartieren vorliegen und welche Ansätze zur Förderung verfolgt wurden. Im Vergleich der unterschiedlichen Ansätze sollen die Förderungsinstrumentarien und ihre Erfolge bewertet werden.

Ziel

Das Ziel des Projektes ist es Stärken und Schwächen der jeweiligen Instrumentarien herauszustellen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.


Herausforderungen und Wirkungen großer Verkehrsinfrastrukturprojekte am Beispiel der geplanten Untertunnelung der Bundesstraße 1 (B1) in Dortmund und der M 30 in Madrid

Projektgegenstand

Die B1/A 40 ist eine der meistbefahrenen Straßen in Dortmund. Zur Reduzierung des von ihr ausgehenden Lärms und der Abgase war eine teilweise Untertunnelung der B1/ A 40 geplant. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat jedoch im August 2009 den Planfeststellungsbeschluss des Landes NRW vom Januar 2008 zum Neubau (Untertunnelung) der B1/ A40 aufgrund festgestellter Planungsfehler aufgehoben.

Projektziel

Das Projekt wird untersuchen, welche Folgen dieses Urteil für den Ausbau und die Anwohner der B1/ A40 hat und welche Alternativen zu einer Untertunnelung der B1/ A40 existieren. Die Betrachtung (Exkursion) der bereits erfolgten Teiluntertunnelung der Stadtautobahn M-30 in Madrid (Inbetriebnahme 2007, eins der weltweit längsten städtischen Straßentunnelsysteme) zeigt am real existierenden Beispiel Wirkungen, die von derartigen Projekten ausgehen.

Konkreter Nutzen für Projektteilnehmer/-innen

Die Projektteilnehmer kennen sich zu Ende des Projektes mit der Funktionsweise des deutschen Planungssystems aus und können den Einfluss der EU-Gesetzgebung auf die nationale Gesetzgebung einschätzen. Sie lernen, die bisherige Argumentation (pro und contra Tunnelbau) nachzuvollziehen, sich in wissenschaftliche und planungsrelevante Hintergründe einzuarbeiten sowie – im Sinne eines kompetenzorientierten Lernens – diese neuen Kenntnisse an anderen Projekten (Madrid) – soweit möglich – zu spiegeln und zu bewerten.


Umnutzung des ehemaligen Straßenbahndepots in Bochum-Gerthe

Projektgegenstand

Mit dem Strukturwandel im Ruhrgebiet verändern sich die räumlichen Strukturen in den Städten und auch die Nutzungen einzelner Flächen in unterschiedlicher Lage, Größe, Ausstattung und Nachbarschaft. Damit stellen sich Aufgaben für die räumliche Planung, denn es gilt neue Nutzungen für die leer gefallenen Standorte zu entwickeln. Diese sollen zum einen der Eignung des Standortes entsprechen und sich in die Nachbarschaft einfügen. Zum anderen sollen sie neue Impulse für die Gesamtstadt und ihre nähere räumliche Umgebung entwickeln. Häufig sind es zunächst temporäre Nutzungen, mit denen der Standort vor Verwahrlosung geschützt und die Kosten für den laufenden Unterhalt (bspw. Sicherungskosten) gesenkt werden sollen. Diese sog. Transformationsprozesse haben in den letzten 20-30 Jahren bereits an vielen Orten im Ruhrgebiet zu neuen Standortnutzungen und Veränderungen in den umgebenden Quartieren geführt. Im Stadtteil Gerthe im Norden Bochums sollen nun auf der ca. 5 ha großen Fläche des ehem. Straßenbahndepots ein Zentrum für Geothermie und ein Standort für Betriebe, die sich auf optimale Energienutzung spezialisieren, entstehen. Diese ersten Ideen sind mit weiteren konzeptionellen Überlegungen, unter Einbeziehung der alten Hallen, zu ergänzen.

Gesucht wird auch eine Strategie für die Vermarktung einschließlich eines Namens und ein Marketingkonzept. Ebenso sollte sich mit der Einpassung in die Nachbarschaft auseinander gesetzt werden. Das teilweise bebaute Gelände steht leer; es ist für das Projekt zugänglich.

Planungsaufgaben

  • Strukturwandel und Flächentransformationsprozesse im Ruhrgebiet anhand von kleinen Fallstudien (mit Tagesexkursionen)
  • Bestandsanalyse des Straßenbahndepots: Fläche, Standort, Nachbarschaft, Akteure
  • Entwicklung von Zielsetzungen und Nutzungsbausteinen für die Fläche
  • Entwicklung und Diskussion von Strategiebausteinen
  • Ableitung von Erkenntnissen für Entwicklungs- und Handlungsstrategien

Nur großes Theater? Potentiale des kulturellen Angebotes für die wirtschaftliche Entwicklung eines Standortes – am Beispiel der Stadt Bochum

Projektgegenstand

In den letzten Jahren ist der Kulturbereich immer mehr ins Blickfeld von kommunalen Planern und Wirtschaftsförderern gerückt. Kultur gilt als wichtiger Standortfaktor. Beispielsweise spielt das Kulturangebot eine wichtige Rolle wenn es darum geht, die öffentliche Wahrnehmung einer Stadt bzw. Region positiv zu beeinflussen und dadurch ihre Attraktivität zu steigern. Insbesondere im Ruhrgebiet sind das Interesse aber auch die Erwartungen groß, was mit dem erhofften positiven Einfluss bei der Bewältigung des Strukturwandels begründet wird.

Entsprechend vielfältig ist die Zahl überregional ausstrahlender Projekte, wie z.B. die Ansiedlung von Musicalhäusern (z.B. Starlight Express Bochum, Colosseum Essen) oder die Durchführung von Kongressen und Tagungen zur Kulturwirtschaft (z.B. Kulturwirtschaftstage NRW). Einen Höhepunkt dieser Bemühungen stellt die erfolgreiche Bewerbung der Stadt Essen – stellvertretend für das Ruhrgebiet – um den Titel “Kulturhauptstadt Europas 2010” dar.

Neben diesen für die Außenwahrnehmung ohne Frage wichtigen Schlüsselprojekten wird das mittlerweile auch im Ruhrgebiet gewachsene kleinteilige kulturelle Angebot, in Form von überregional meist nicht wahrgenommenen Ateliers, Galerien, Bühnen und Freizeiteinrichtungen, vernachlässigt. Dabei ist es beispielsweise für das Image einer Stadt bzw. eines Stadtteils nicht weniger bedeutsam, da es durch seine Vielfältigkeit und lokale Präsenz einen unmittelbaren Einfluss auf das Bewusstsein der Bewohner ausübt.

Untersuchungsgegenstand ist die Stadt Bochum, die zuletzt durch Negativschlagzeilen bei Opel und Nokia auf sich aufmerksam gemacht hat. Als Universitätsstandort weist Bochum ein vielfältiges und kleinteiliges kulturelles Angebot auf, von dem nur ein Bruchteil, wie z.B. das Schauspielhaus Bochum und das Deutsche Bergbaumuseum, überregional bekannt ist.

Fragestellung und Ziel

Ziel des Projektes ist es das Potential der kulturellen Angebote in der Stadt Bochum mit kreativen Ideen und Konzepten für die Verbesserung des Images des Standortes nutzbar zu machen und dadurch ihre wirtschaftliche Entwicklung zu stärken.